Aus alt mach Lkw

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Aus alt mach Lkw

Was wäre, wenn ein Müllfahrzeug selbst aus dem besteht, was andere wegwerfen? Daimler Truck macht diese Idee greifbar. Mit dem Konzeptfahrzeug reECONIC1 – entwickelt gemeinsam mit 32 Partnern – zeigt das Unternehmen: Bis zu 80 % der konventionell produzierten Hauptmaterialien lassen sich theoretisch durch Recyclingmaterial ersetzen. Das spart in der Fahrzeugproduktion bis zu 41 % CO₂-Äquivalente ein. Und es beweist, dass echte Kreislaufwirtschaft im Nutzfahrzeugbau keine Zukunftsmusik mehr ist.

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Vom Fischernetz zur Fahrerkabine

Kreislaufwirtschaft auf der Straße: Der eEconic als reECONIC neu gedacht

Sitzbezüge aus alten Fischernetzen und Teppichabfällen. Ein Armaturenbrett aus ligninbasierten Kunststoffen – einem Nebenprodukt der Papierindustrie. Das klingt ungewöhnlich. Ist es auch. Und genau das macht den reECONIC so besonders.

Das batterieelektrische Abfallsammelfahrzeug basiert auf dem eEconic von Mercedes-Benz Special Trucks. Ausgestattet ist es mit dem FAUN reNew VARIOPRESS Aufbau – der ebenfalls zu großen Teilen aus recyceltem Material besteht. Im reECONIC steckt damit nicht nur eine nachhaltige Antriebstechnologie. Es stecken Werkstoffe mit echter Vorgeschichte drin. Material, das die Welt schon kannte.

„Zum einen dekarbonisieren wir unsere Produkte konsequent. Zum anderen leisten klimaverträgliche und ressourcenschonende Produktions- und Lieferprozesse einen wesentlichen Beitrag", sagt Achim Puchert, CEO, Mercedes-Benz Trucks.

„Mit dem reEconic zeigen wir einen konkreten Weg hin zu einer nachhaltigeren Wertschöpfungskette in der Fahrzeugproduktion auf.“

Achim Puchert, CEO, Mercedes-Benz Trucks

33 Partner, eine große Idee

Hinter dem reECONIC steht eine ungewöhnlich breite Allianz. 33 Unternehmen haben sich zusammengefunden. Ihr gemeinsames Ziel: zeigen, dass Kreislaufwirtschaft im Fahrzeugbau machbar ist. Die wichtigsten Partner neben Daimler Truck sind der Müllfahrzeugspezialist FAUN Umwelttechnik, das Recycling-Unternehmen TSR Group und REMONDIS für die anstehende Praxiserprobung.

Was dieses Fahrzeug dabei so symbolkräftig macht: Der reECONIC sammelt Abfälle, die in Recyclingprozesse überführt werden. Und besteht gleichzeitig selbst aus recycelten Materialien. Kaum ein anderes Fahrzeug könnte seine eigene Botschaft deutlicher leben.

Mercedes-Benz eEconic Future Truck fährt hinter einer blühenden Löwenzahnwiese auf der Straße.

„Wir haben dieses Projekt initiiert, weil geschlossene Kreisläufe nur dann entstehen, wenn sie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg gemeinsam gedacht und umgesetzt werden.“

Bernd Fleschenberg, COO, TSR Group
reEconic
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Was die Zahlen sagen.

Theorie und Praxis greifen beim reECONIC eng ineinander. Die tatsächlich verbauten Bauteile hat das Projektteam durch Hochrechnungen und Prognosen ergänzt. Das Ergebnis: Theoretisch lassen sich bis zu 80 % der Hauptmaterialgruppen – Stahl, Aluminium, Glas und Kunststoff – durch wiederverwertete und biobasierte Materialien ersetzen.2 Das entspricht bis zu 5,2 von 6,5 t in diesen Materialgruppen.3

In der Produktion könnten so theoretisch bis zu 41 % CO₂-Äquivalente eingespart werden. Der TÜV SÜD hat diese Werte und die Methodik geprüft und bestätigt.

„Mit unseren europäischen Partnern haben wir Pionierarbeit im Bereich des Materialrecyclings und der Verwendung von Naturmaterialien geleistet", sagt Roland Dold, Projektleitung reECONIC, Mercedes-Benz Trucks. „Auch nach der Nutzungszeit können viele Komponenten in ihre Ausgangsmaterialien zurückversetzt und wiederverwendet werden – das ist Kreislaufwirtschaft in Reinform."

Der Aufbau macht's komplett.

Zum Fahrzeug gehört der FAUN reNew VARIOPRESS Aufbau. Auch hier steckt konsequentes Kreislaufdenken drin. Bis zu 88 % des Aufbaugewichts können theoretisch anteilig aus recycelten Materialien bestehen. Die Kotflügel bestehen zu 92 % aus wiederverwertetem Kunststoff. Der Bedienelementeträger kommt auf einen Rezyklatanteil von 99 %. 

„Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern eine Haltung", sagt Malte Sonnenburg, CEO, FAUN Group. „Mit dem FAUN reNew VARIOPRESS beweisen wir, dass Verantwortung und Wirtschaftlichkeit zusammenpassen – und dass Kreislaufwirtschaft im Fahrzeugbau Realität werden kann."

Zurück in den Kreislauf

Ein Fahrzeug, das aus recycelten Materialien besteht, sollte am Ende seines Lebens auch wieder recycelt werden können. Das war den Projektpartnern ein zentrales Anliegen. Beim reECONIC wurde deshalb besonderer Wert auf hohe potenzielle Rückführungsquoten gelegt.

Glas lässt sich unbegrenzt häufig in den Materialkreislauf zurückführen – ohne Qualitätsverlust. 64 % der im reECONIC verwendeten Glasflächen bestehen bereits aus recyceltem Material. Auch das Buchenholz, ein nachwachsender Rohstoff, der erstmals in einem modernen Nutzfahrzeug von Mercedes-Benz Special Trucks eingesetzt wird, bringt weitere Vorteile mit sich. Während seines Wachstums bindet es zusätzlich CO₂e aus der Atmosphäre.

Ein eEconic als Entsorgungsfahrzeug steht in einer Großstadt.

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Vom Konzept auf die Straße

Auf der IFAT 2026 in München, der Weltleitmesse für Umwelttechnologien, stellte Daimler Truck den reECONIC der Öffentlichkeit vor. Das Komplettfahrzeug fuhr dort im Fahrzeugparcours und wurde von Experten erklärt. Am Stand von Mercedes-Benz Special Trucks zeigte eine gesondert aufgebaute Fahrerkabine im Querschnitt, welche Materialien wo verbaut sind.

Mercedes-Benz eEconic Future Truck steht auf der IFAT mit Materialproben und Besuchern im Hintergrund.
Mercedes-Benz eEconic Future Truck fährt auf der IFAT vor applaudierendem Publikum vor.

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1 Beim reECONIC handelt es sich um ein Konzeptfahrzeug, welches noch (nach Safety- und Zertifizierungs-Gesichtspunkten usw.) erprobt werden muss hinsichtlich dessen, ob eine geplante Serienherstellung überhaupt möglich ist.

2 Das Gewicht der Batterie wird bei dieser Berechnung des Gesamtfahrzeuggewichts nicht beachtet.

3 Bestätigt durch TÜV SÜD Gutachten Nr. 0713371115.

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